Die Scheuerleiste

Jemand, der ein Boot sein Eigen nennt, kennt sie. Aber eine Scheuerleiste auf dem Bauernhof? Hier ist doch kein Wasser; aber scheuern kann doch etwas.

 

An der Wand, wo es etwas zu schützen und damit Reparaturen zu verhindern galt, wurde eine Scheuerleiste eingebaut, insbesondere dann, wenn der Weg für Viele und Alles benutzt wurde. Leiste weist darauf hin, dass Holz verwendet wurde. Schön glatt gehobelt und in der Farbe des Sockels gestrichen, wurde die Scheuerleiste an schadensgefährdeten Ecken eingebaut.

 

Als im vergangenen September die Einbauten auf dem Flett herausgerissen wurden, kam an der südlichen Fletttür, die in den vergangenen Jahren leider durch ein Fenster ersetzt wurde, eine sauber eingeputzte Scheuerleiste wieder an das Licht. Trotz Fliesenkleber darauf war die alte Sockelfarbe gut erkennbar.

 

Und warum dort eine Scheuerleiste? Nun, die südliche Fletttür ist eine rechts angeschlagene, einwärts sich öffnende Tür. Wer von draußen kam und in das Haus wollte, öffnete die Klinke mit der linken Hand nur soweit, das er und die transportierte Ware, sei es Brennholz für die Kachelöfen oder Vorrat für den Keller, hindurchpasste.

 

Links von sich hatte er die Tür, die ja weiterem Druck durch weiteres Öffnen nachgeben konnte, aber rechts, in der Türleibung, konnte Nichts nachgeben. Hier bestand die Gefahr, mit harter Ware die Farbe und den Verputz von der Wand zu reißen. Dieses konnte durch die Scheuerleiste, zweit schmale Bretter, die im rechten Winkel zueinander zusammengefügt, an der äußeren Ecke der Leibung eingeputzt, verhindert werden.